Warum viele Coaches keine Kunden gewinnen
von: Steven | 15.03.2026 | Kategorien: Erfolgreich coachen
Inhaltsverzeichnis
- Warum viele Coaches nach der Ausbildung ins Stocken geraten – und wie Du Dein Business als Coach langfristig erfolgreich aufbaust
- Die Zeit nach der Coaching-Ausbildung
- Der Coaching-Markt wächst – aber der Einstieg ist anspruchsvoll
- Warum Coaches ins Stocken geraten
- Der entscheidende Perspektivwechsel: Expertise (auf)bauen, Austausch pflegen, Empfehlung ernten
- Wie Du Deine ersten Coaching-Klienten gewinnst
- Coaching ist ein Erfahrungsberuf
- Ein Bild für Deinen Weg zum erfolgreichen Coach
- Fazit: Kundengewinnung als Coach braucht seine Zeit
Warum viele Coaches nach der Ausbildung ins Stocken geraten – und wie Du Dein Business als Coach langfristig erfolgreich aufbaust
Herzlichen Glückwunsch!
Du hast Deine Coaching-Ausbildung abgeschlossen. Du hast gelernt zuzuhören. Du kannst kraftvolle Fragen stellen. Du hast erlebt, wie sich Perspektiven verändern, wenn Menschen beginnen, sich selbst neu zu sehen.
Vielleicht hattest Du während Deiner Ausbildung Momente, die Dich tief berührt haben. Momente, in denen plötzlich klar wurde, welche Kraft Coaching entfalten kann.
Und nun stehst Du an einem neuen Punkt.
Mit Deinem Diplom in der Hand.
Mit Wissen, Methoden und Motivation.
Doch gleichzeitig taucht eine Frage auf, die viele frisch ausgebildete Coaches beschäftigt:
Wie finde ich jetzt meine ersten Klienten?
Vom unsichtbaren zum sichtbaren Coach
Für viele beginnt genau hier eine Phase der Unsicherheit.
Vielleicht kennst Du Gedanken wie:
-
„Ich brauche noch mehr Erfahrung.“
-
„Der Coaching-Markt ist bestimmt überfüllt.“
-
„Andere Coaches sind sicher viel besser als ich.“
-
„Wie komme ich überhaupt an Klienten?“
Die gute Nachricht ist: Du bist damit nicht allein. Der Übergang von der Ausbildung in die eigene Coaching-Praxis ist für viele Coaches eine der größten Herausforderungen. Doch genau hier beginnt auch die eigentliche Reise.
In diesem Artikel schauen wir gemeinsam darauf:
- warum viele Coaches keine Kunden gewinnen
-
warum Coaches nach der Ausbildung gerne mal ins Stocken geraten
-
welche typischen inneren und äußeren Hürden auftreten
-
warum diese Phase völlig normal ist
-
und wie Du Schritt für Schritt Deine Coaching-Praxis aufbauen kannst

Die Zeit nach der Coaching-Ausbildung
Während einer Coaching-Ausbildung entsteht eine besondere Dynamik.
Du arbeitest mit anderen Teilnehmern.
Du übst Coaching-Sessions.
Du erhältst Feedback.
Du entwickelst Dich persönlich weiter.
Viele Teilnehmer erleben diese Zeit als intensive Lernreise. Eine Reise zu sich selbst. Doch nach der Ausbildung verändert sich etwas Entscheidendes:
Die Struktur verschwindet. Die regelmäßigen Treffen fallen weg. Die Übungscoachings finden nicht mehr automatisch statt. Die Gruppe löst sich langsam auf. Und plötzlich liegt alles bei Dir.
Der Sprung ins kalte Wasser: Jetzt heißt es, sich freischwimmen
Du bist jetzt Coach. Doch gleichzeitig bist Du plötzlich auch:
-
Unternehmer
-
Marketingverantwortlicher
-
Netzwerker
-
Markenentwickler
-
Selbstständiger
- Verkäufer
Für viele Coaches ist genau dieser Übergang herausfordernd. Nicht, weil sie nicht coachen können. Sondern weil der Aufbau einer Praxis andere Fähigkeiten verlangt.
Der Coaching-Markt wächst – aber der Einstieg ist anspruchsvoll
Zunächst ein wichtiger Fakt:
Der Coaching-Markt wächst seit Jahren kontinuierlich.
Laut der Global Coaching Study der International Coaching Federation (ICF) ist die Zahl professioneller Coaches weltweit stark gestiegen. Die Studie schätzt über 109'000 professionelle Coaches weltweit.
Gleichzeitig steigt auch die Nachfrage nach Coaching. Unternehmen investieren immer mehr in Coaching für Führungskräfte und Mitarbeitende. Gleichzeitig suchen auch Privatpersonen Unterstützung bei Themen wie:
-
beruflicher Neuorientierung
-
Stress und Burnout
-
Lebensentscheidungen
-
Persönlichkeitsentwicklung
Gutes Coaching ist mehr und mehr gefragt
Eine Untersuchung von PricewaterhouseCoopers im Auftrag der ICF zeigt zudem, dass Coaching sehr hohe Zufriedenheitswerte erzielt:
-
86 % der Unternehmen geben an, dass sich ihre Coaching-Investitionen gelohnt haben.
-
über 70 % der Klienten berichten von messbaren Verbesserungen in Leistung und Kommunikation.
(Quelle: ICF Global Coaching Study)
Der Markt ist also da. Die Herausforderung liegt nicht im Bedarf. Die Herausforderung liegt im Einstieg und darin, sich richtig zu positionieren.

Warum Coaches ins Stocken geraten
Wenn Coaches nach der Ausbildung Schwierigkeiten haben, Klienten zu gewinnen, liegt das selten an fehlendem Wissen. Viel häufiger spielen andere Faktoren eine Rolle:
1. Die Lücke zwischen Ausbildung und Praxis
Eine Coaching-Ausbildung vermittelt Methoden und Haltung.
Du lernst:
-
Fragetechniken
-
Coaching-Modelle
-
Gesprächsführung
-
Selbstreflexion
Doch der Aufbau einer Coaching-Praxis ist ein eigener Prozess.
Er beinhaltet Themen wie:
-
Positionierung
-
Sichtbarkeit
-
Marketing
-
Netzwerkaufbau
-
Unternehmerisches Denken
- Verkauf
Diese Fähigkeiten werden in vielen Ausbildungen nur zum Teil, wenn überhaupt, behandelt. Deshalb entsteht nach der Ausbildung häufig eine Lücke. Eine Lücke zwischen Kompetenz als Coach und Aufbau einer Praxis.
Deshalb ist es uns beim Tasma Schueller Institute wichtig, dass auch das Thema "Einstieg in die Praxis als Coach" am Ende der Ausbildung seinen Platz bekommt. Denn eine fundierte Coaching-Ausbildung zu absolvieren ist die eine Sache. Anschließend dann erfolgreich als Coach zu arbeiten ist eine andere.
2. Selbstzweifel
Viele Coaches haben einen hohen Anspruch an sich selbst. Sie möchten Klienten bestmöglich begleiten. Doch genau dieser Anspruch kann zu Selbstzweifeln führen.
Typische Gedanken sind:
-
„Ich brauche noch mehr Erfahrung.“
-
„Andere Coaches sind besser als ich.“
-
„Was, wenn ich jemandem nicht helfen kann?“
Dieses Phänomen wird in der Psychologie häufig als Impostor-Syndrom bezeichnet.
Die Psychologinnen Pauline Clance und Suzanne Imes beschrieben dieses Muster bereits 1978: Hochqualifizierte Menschen unterschätzen ihre Fähigkeiten und fürchten, irgendwann „entlarvt“ zu werden.
Gerade Coaches sind davon häufig betroffen, weil sie sehr reflektierte Menschen sind.
3. Perfektionismus
Viele Coaches möchten erst starten, wenn alles perfekt ist.
Zum Beispiel:
-
Die Website muss perfekt sein.
-
Das Angebot muss perfekt formuliert sein.
-
Das Konzept muss vollständig sein.
Doch Perfektionismus kann zu einer Falle werden. Er führt dazu, dass Coaches zu lange warten. Dabei entsteht echte Kompetenz vor allem durch Praxis. D.h. üben, üben und nochmals üben. Mit jeder durchgeführten Coaching-Session wird der jeweilige Coach ein Stückchen besser und erfahrener.
4. Fehlende Positionierung: Zielgruppe und Kunden klar?
Ein weiterer häufiger Grund ist eine zu breite Botschaft. Viele Coaches formulieren ihr Angebot etwa so:
„Ich begleite Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung.“
Das klingt zwar gut, ist für potenzielle Klienten jedoch oft zu unklar. Menschen suchen keine allgemeine Entwicklung. Sie suchen Lösungen für konkrete Herausforderungen.
Zum Beispiel:
-
berufliche Orientierung
-
Stressbewältigung
-
Selbstvertrauen
-
Führungskompetenz
- Sport-Mentaltraining
Je klarer Dein Thema und die Zielgruppe sind, desto leichter verstehen Menschen Dein Angebot.
5. Zu wenig Sichtbarkeit: Marketing klar? Online sichtbar?
Ein häufiger Gedanke lautet:
„Wenn ich gut bin, werden die Klienten schon kommen.“
Leider funktioniert das selten. Coaching ist ein Vertrauensgeschäft. Menschen müssen zuerst wissen, dass es Dich gibt. Und sie müssen verstehen, wofür Du stehst. Sichtbarkeit entsteht durch Präsenz.
Zum Beispiel durch:
-
Blogartikel
-
Social Media
-
Vorträge
-
Workshops
-
Podcasts
-
Videos
-
Webinare
- Netzwerkveranstaltungen
Du musst nicht überall sein. Doch Du musst irgendwo sichtbar sein und Dich in regelmäßigen Abständen dort blicken lassen. Ansonsten vergessen Dich Deine potentiellen Klienten wieder ganz schnell und wenden sich eventuell einem anderen Coach zu, der guten und regelmäßigen Content veröffentlicht.
Der entscheidende Perspektivwechsel: Expertise (auf)bauen, Austausch pflegen, Empfehlung ernten
Viele Coaches glauben:
„Ich muss erst erfolgreich sein, bevor ich sichtbar werde.“
Doch in Wirklichkeit ist es umgekehrt. Erfolg entsteht durch Sichtbarkeit. Die meisten Coaching-Praxen entstehen Schritt für Schritt.
Durch Gespräche.
Durch Empfehlungen.
Durch erste Erfahrungen.

Wie Du Deine ersten Coaching-Klienten gewinnst
Der Aufbau einer Coaching-Praxis braucht Zeit. Doch mit den richtigen Schritten kannst Du diesen Prozess deutlich erleichtern.
Schritt 1: Entwickle Deine Coaching-Identität
Frage Dich ehrlich:
Warum möchte ich Coach sein?
Nicht oberflächlich.
Sondern wirklich.
Welche Erfahrungen haben Dich geprägt?
Welche Menschen möchtest Du begleiten?
Oft liegt genau hier der Kern Deiner Positionierung.
Erfolgreiche Coaches arbeiten zumeist mit Themen, die sie selbst aus eigener Erfahrung kennen.
Schritt 2: Löse ein konkretes Problem
Menschen buchen Coaching selten aus Neugier. Sie suchen Unterstützung bei konkreten Herausforderungen.
Zum Beispiel:
-
Ich fühle mich im Job festgefahren.
-
Ich möchte mich beruflich neu orientieren.
-
Ich habe ständig Stress.
-
Ich zweifle an mir selbst.
Wenn Du diese Probleme klar ansprichst, fühlen sich Menschen schneller angesprochen.
Schritt 3: Sammle Coaching-Erfahrung
Coaching ist ein Erfahrungsberuf. Nicht wenige Coaches warten auf zahlende Klienten. Doch Erfahrung kann auch vorher entstehen.
Eine bewährte Methode sind sogenannte Pilot-Coachings, die Du bereits während Deiner Coaching-Ausbildung durchführst. So startest Du bereits im Laufe Deiner Ausbildung ganz authentisch und organisch den Weg in Richtung Coaching Experte.
Dafür erhältst Du:
-
Erfahrung
-
Feedback
-
Referenzen
Diese Erfahrungen und Referenzen sind sehr wertvoll, denn sie geben Dir die Möglichkeit, zu üben, Dich als Coach zu verbessern und Deine Expertise aufzubauen. Mit jedem absolvierten Coaching gewinnst Du zudem an Vertrauen in Deine Fähigkeiten und kannst Dir gleichzeitig bereits die ersten Referenzen verdienen.
Schritt 4: Aktiviere Dein Netzwerk
Viele Coaches suchen Klienten ausschließlich online. Dabei entstehen viele Coaching-Beziehungen durch persönliche Kontakte.
Zum Beispiel:
-
ehemalige Kollegen
-
Bekannte
-
Netzwerke
-
Empfehlungen
Eine Studie von Nielsen zeigt, dass Empfehlungen zu den vertrauenswürdigsten Informationsquellen gehören.
Vergiss nicht: Menschen vertrauen Menschen.
Schritt 5: Werde sichtbar
Sichtbarkeit bedeutet nicht, laut zu sein. Sichtbarkeit bedeutet, Menschen verstehen zu lassen, was Du tust.
Du kannst zum Beispiel:
-
Coaching-Impulse teilen
-
über persönliche Erfahrungen schreiben
-
kleine Workshops anbieten
-
Vorträge halten
- Deine Marketing-Aktivitäten gezielt vorantreiben
Schon kleine Schritte können große Wirkung haben.
Coaching ist ein Erfahrungsberuf
Coaching ist kein Beruf, den man nur aus Büchern lernt. Er entsteht durch Praxis. Jede Coaching-Session bringt neue Erkenntnisse. Jeder Klient erweitert Deinen Horizont. Zahlreiche erfolgreiche Coaches sagen rückblickend:
Die ersten Jahre waren die wertvollsten Lernjahre, auch wenn es nicht immer leicht war. Doch das gehört auf dem Weg zum erfolgreichen Coach einfach dazu. Erfolg braucht Zeit und Ausdauer!
Ein Bild für Deinen Weg zum erfolgreichen Coach
Stell Dir vor, Du stehst am Fuß eines Berges.
Deine Ausbildung hat Dir die nötige Ausrüstung an die Hand gegeben.
Du hast Coaching-Methoden und Coaching-Tools kennengelernt.
Du verstehst immer besser, wann Du welches Werkzeug am besten anwendest.
Doch der eigentliche Aufstieg beginnt jetzt.
Schritt für Schritt.
Mit jeder Coaching-Session.
Mit jeder Begegnung.
Mit jeder Erfahrung.
Und irgendwann blickst Du zurück und erkennst:
Der Weg hat Dich nicht nur zu einem Coach gemacht.
Er hat Dich selbst verändert.
Fazit: Kundengewinnung als Coach braucht seine Zeit
Der Übergang von der Coaching-Ausbildung in die Praxis ist für viele Coaches herausfordernd. Doch genau hier beginnt die eigentliche Reise. Nicht mit Perfektion. Sondern mit Mut, Geduld und der stetigen Verbesserung der Fähigkeiten als Coach.
Mut, sichtbar zu werden.
Mut, erste Klienten zu begleiten.
Mut, zu wachsen.
Denn Coaching ist mehr als eine Methode. Es ist eine Haltung. Und diese Haltung beginnt genau dort, wo Du heute stehst.
Quellen
Clance, P. & Imes, S. (1978)
The Impostor Phenomenon in High Achieving Women
International Coaching Federation (2023)
Global Coaching Study
Grant, A. (2014)
The Efficacy of Executive Coaching in Times of Organisational Change
Journal of Change Management
Nielsen (2021)
Trust in Advertising Study
Passmore, J. (2016)
Excellence in Coaching

